15.03.2022 Kundgebung zum internationalen Tag gegen Polizeigewalt in Frankfurt #15MRZ

Der 15. März ist der internationale Tag gegen Polizeigewalt. 

Fälle, in denen die Gewalt, die von unseren “Ordnungshüter*innen” ausgeht, nicht nur unverhältnismäßig und unangebracht ist, sondern auch tödlich endet, gibt es viel zu viele.

In einem von Rassismus geprägten System sind diejenigen, die am meisten unter solchen Übergriffen leiden, Menschen, die nicht dem gängigen Narrativ von der weißen, bürgerlichen und unschuldigen Mehrheitsgesellschaft entsprechen. Schwarze, Indigene, People of Color, migrantisierte, rassifizierte Personen, Romnja* und Sintezza* sind diejenigen, die am häufigsten von psychischer und/ oder körperlicher Gewalt die von Cops ausgeht, betroffen sind. Von täglicher Schikane durch anlasslose, demütigende Kontrollen, die fester Bestand in den Leben von BIPoC sind, bis hin zu Mord wie in den Fällen von Christy Schwundeck oder Amir Locke und unzähligen weiteren, oder der zermürbenden Ignoranz und der Gewalt durch Inaktion in den Aufklärungen rassistischer Gewalttaten, wie bei dem Anschlag am 19. Februar 2020 in Hanau, berichten Tag für Tag Menschen auf der ganzen Welt. Ebenfalls offenkundig und schamlos ausgeübter Rassismus durch die das kapitalistische System aufrechterhaltenden Strukturen in Form von Polizei und Militär sind das systematische Aussortieren und Abweisen von vor Krieg, Verfolgung und Hunger fliehenden BIPoC an den Grenzen Europas, wie es derzeit so perfide und offensichtlich an den Geflüchteten aus der Ukraine praktiziert wird.

Diese ungerechten und tödlichen Praxen, die aus dem tief in der kapitalistischen Logik verwurzelten Rassismus entstehen, dürfen nicht länger unbestraft bleiben! An diesem Tag wollen wir zusammen mit anderen Gruppen aus Frankfurt aufrufen, laut zu sein und an diejenigen zu denken, die von Polizeigewalt betroffen sind und dieser zu Opfer fielen! Erinnern heißt kämpfen!

Lasst uns gemeinsam zeigen, dass Polizeigewalt und Rassismus in einer befreiten und emanzipatorischen Gesellschaft keinen Platz haben!

Wir laden ein zu Kundgebung am 15.03.2022 um 18 Uhr an der Hauptwache.

Bitte bringt eure Masken mit und haltet die Abstände ein. Seid bitte respektvoll miteinander und den Perspektiven der Betroffenen gegenüber.

Let’s look out for each other!

15.03.2022 Redebeitrag von Copwatch FFM zum internationalen Tag gegen Polizeigewalt

Statement zum internationalen Tag gegen Polizeigewalt

2022 Name unbekannt, Name unbekannt, 2021 Georgios Zantiotis, Kamal Ibrahim, Elyas H. Abdul I., Omar K., Name unbekannt, Sivan, Qosay Sadam Khalaf 2020 Name unbekannt, Name unbekannt, Name unbekannt, Ferhat Mayouf, Name unbekannt, Mamadou Alpha Diallo, Mohamed Idrissi, Name unbekannt, Sailou Hydara, Marius K, Name unbekannt, Mohamed S. Berlin, Name unbekannt, Mehmet B. 2019 Name unbekannt, Name unbekannt, Name unbekannt, Aman Alizada, Sadnia Rachid, Name unbekannt, Adel B., Name unbekannt, Tonou Mbobda, Rooble Warsame, Name unbekannt, Name unbekannt, Aristeidis L., 2018 Name unbekannt, Name unbekannt, Name unbekannt, Amed Ahmad, Name unbekannt, Name unbekannt, Mahmood J., bei Flensburg, Name unbekannt, Matiullah Jabarkhil, Name unbekannt, Bekir B., Hamid P., Name unbekannt, 2017 Name unbekannt, Reza F., Name unbekannt, Savas K., Frankfurt, Michael Haile, Name unbekannt, Name unbekannt, 2016 Asseged A., Name unbekannt, Dschaber al-Bakr, Hussam Fadl, Name unbekannt, Name unbekannt, Amos T., Katip A., Name unbekannt, Name unbekannt, Name unbekannt, Yaya Jabbi, 2015 Name unbekannt, Iljaz M., Zwickau 2014 Name unbekannt, Constantin M., Rasmane Koala, André B., Muslim H. 2012 Name unbekannt, Name unbekannt, Name unbekannt, Ousman Sey, Barry B., 2011 Name unbekannt, Christy Schwundeck, Name unbekannt, 2010 Slawik C., Yeni P., David M., Slieman Hamade 2009 Mahmud O. 2008 Name unbekannt, D. V. Q., David S., Ibourahima K., Adem Özdamar, Mohamed M., Berlin 2007 Name unbekannt, Mustafa A., Tibor C., Name unbekannt, 2006 G.Y., Name unbekannt, Asseged A., Xiao Z., Dominique Kouamadio, Name unbekannt, 2005 Michail S., K.P., Oury Jalloh, Laye Condé, 2004 Novica M., Name unbekannt 2003 Name unbekannt, 2002 Name unbekannt, 2001 Name unbekannt, Achidi John, Nguyen T. N., N’deye Mareame Sarr, Name unbekannt, John Amadi 2000 Name unbekannt, Name unbekannt, Name unbekannt, Arumugasamy S., Name unbekannt, Altankhou D., Frau H., Nelson Q.-P. 1999 Zdravko Nikolov Dimitrov, Rachid S., Ousmane Sow, D, Aamir Ageeb, Veluppilai B., E.L., H.M.G, Berzan Öztürk (genannt Murad), 1998 Harrinder S.C., Hasan A., Nouredine E.A., 1997 Akim, Mihai S., Longuich, F.F., Name unbekannt, Name unbekannt, 1996 Salko L., Alfa B.S.T., Bahri Yaradan, Jude A., Name unbekannt, Name unbekannt, 1995 Name unbekannt, Esser F., Name unbekannt, Name unbekannt, Louis L., Vo X.C., Moses G., Mapasi J., Name unbekannt, Gibrel K., Name unbekannt, El K., Abijou T., Sammy N., Amar T., 1994 Name unbekannt, Name unbekannt, Abdullah J., Kola Bankole, Name unbekannt, J.K., Name unbekannt, Halim Dener, Name unbekannt, Name unbekannt, Zhou Z. G., Owusu M., Name unbekannt, Christian P., 1993 Thomas  T., Emmanuel E., Mihail B., Massivi D.L., Andreas R., Nazmieh C., Miroslawa K., Name unbekannt, Name unbekannt, Name unbekannt 1992 Name unbekannt(Quelle: https://doku.deathincustody.info/)

Einmal mehr findet am 15.3.2022 der internationale Tag gegen Polizeigewalt statt. Wir, die deutschprachigen Copwatch- und KOP- Gruppen, möchten auch dieses Jahr nutzen, um auf die gewaltvolle und diskriminierende Praxis innerhalb der Polizei aufmerksam zu machen. Im Fokus stehen dieses Jahr besonders all die Menschen, die in Polizeigewahrsam starben. Diese sind häufig von Rassismus betroffene Personen.
Seit 1990 sind mindestens 209 von Rassismus betroffene Menschen in Gewahrsam oder in Folge von Polizeigewalt gestorben. Bis jetzt gibt es keine bundesweite Erfassung von Todesfällen in Polizeigewahrsam und die Aufklärungsrate dieser Fälle ist extrem niedrig (vgl. https://doku.deathincustody.info/). Ein generelles Problem sind zudem fehlende externe Kontrolle und unabhängigen Zeug*innen von Polizeigewalt. Daher ist davon auszugehen, dass die Zahl der Personen, die in Folge von Gewalt durch Polizei und anderen staatlichen Sicherheitsorganen starben oder schwer verletzt wurden, deutlich höher ist. Dennoch zeigen Betroffene, Initiativen, Beratungsstellen sowie das Aufdecken rechter Polizist*innen und Chatgruppen der Polizei, wie stark Rassismus und Gewalt in der Polizei verankert sind. 
Menschen auf der Flucht (Geflüchtete), rassifizierte_migrantisierte Menschen (von Rassismus betroffene Menschen) und/oder Menschen in psychischen Krisen haben ein besonders hohes Risiko, in Gewahrsam ums Leben zu kommen. Das hat zum einen den Grund, dass Personen, die Rassismus erfahren, allgemein durch Racial Profiling häufiger in Polizeimaßnahmen geraten. Auch eskalieren die Interaktionen mit der Polizei häufiger, da die Beamt*innen hier schneller Gewalt anwenden. Zum anderen gibt es Straftaten und Haftformen, die nur Menschen ohne deutschen Pass betreffen („illegaler Aufenthalt“, Abschiebehaft). Rassifizierte_migrantisierte (Von Rassismus betroffene) Menschen werden außerdem häufiger durch die Strafjustiz verfolgt, härter bestraft und haben daher ein höheres Risiko, im Gefängnis zu landen (vgl. https://doku.deathincustody.info/recherche/).
Auch Menschen in psychischen Krisen besitzen ein höheres Risiko in Gewahrsamsituationen oder in Auseinandersetzung mit der Polizei zu sterben. Polizist*innen sind für den Umgang mit Betroffenen nicht ausgebildet. Die zusätzliche gesellschaftliche Diskriminierung und Stigmatisierung, welche auch in den Köpfen der handelnden Polizist*innen vorhanden ist, sorgt dann dafür, dass Interaktionen mit der Polizei schnell und meist sehr gewaltvoll eskalieren.
Verantwortlich zu machen sind für die Todesfälle in Gewahrsam der Staat und seine Akteur*innen, (da diese während einer Gewahrsamssituationen die Sicherheit der betroffenen Personen zu gewährleisten haben.) Die Gewahrsamnahme an sich ist schon das Problem und Ausruck von gessellschaftlichen Macht- und Gewaltverhältnissen.
Um die Gewalt gegen sie als Notwehr zu rechtfertigen, werden die Opfer oft als gefährlich dargestellt, was von Medien häufig aufgegriffen und reproduziert wird. Dass den Angaben der Behörden nicht zu trauen ist, zeigen die Ermordungen von Oury Jalloh und Hussam Fadl. 
Während die rassistische und diskriminierende Polizeipraxis fortbesteht, werden Initiativen und Aktivist*innen, welche sich gegen rassistische und faschistische Tendenzen innerhalb der Polizei und der Gesellschaft einsetzen, kriminalisiert und oft selbst Opfter polizeilicher Repression. Auch den Betroffenen von Polizeigewalt wird in der Regel nicht geglaubt oder sie werden selbst zu Täter*innen gemacht. 
Gegen diese gesellschaftlichen Zumutungen haben sich auch dieses Jahr deutschlandweit verschiedene Gruppen, die sich kritisch mit der Polizei auseinandersetzen, vernetzt, um ihren Protest mit euch auf die Straße zu bringen. 

Für ein solidarisches Miteinander ohne Polizei!Stoppt Polizeigewalt und rassistische Kontrollen!Kein Frieden mit diesen unterdrückerischen Verhältnissen! 

Veranstaltungen zum internationalen Tag gegen Polizeigewalt 2022

Auch dieses Jahr finden wieder deutschlandweit Aktionnen und Veranstaltungen zum internationalen Tag gegen Polizeigewalt statt. 

Einen Überblick zu den Veranstaltungen findet ihr hier:

Kundgebung in Frankfurt am Main: 15.03.2022 um 18 Uhr an der Hauptwache.

Kundgebung in Kiel: 15.03.2022 um 18 Uhr an der Polizeiwache im 4. Polizeirewier (Kiel-Gaarden / Karlstal) organisiert von TKKG (TurboKlimaKampfGruppe)

Kundgebung in Leipzig: 15.03.2022 um 17 Uhr, Augustusplatz; 14.03. Film und Gespräch über Polizeigewalt in den Pariser Banlieues 19 Uhr im Ostpassagetheater. Mehr Informationen auf der Websiteund bei Twitter.

Die Kooperation gegen Polizeigewalt Sachsen organisiert eine Veranstaltungsreihe zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt in Dresden.
15.03.2022 17:00 Kundgebung zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt. Mehr Informationen hier.
16.03.2022 18:30 Vortrag “State violence and crowd control in France”. Mehr Informationen hier.
17.03.2022 18:00 Filmvorführung “Dear Future Children”. Mehr Informationen hier.

Wrangekiez United 15.3.2022 Kundgebung in Berlin: “Solidarität statt Kriminalisierung”. Mehr Informationen hier.

15.03.2021 Kundgebung

Polizeigewalt heißt für viele Menschen täglich vermeintlich „verdachtsunabhängige“ Polizeikontrollen, unangemessene Taschenkontrollen und Durchsuchungen im öffentlichen Raum, Platzverweise und öffentliche Demütigung.

Diese Kontrollen sind oft nur Ausgangspunkt für weitere Gewalt, die nicht selten tödlich endet, wie letzte Woche in Delmenhorst. Für Schwarze Menschen, Menschen of Color, Migrantinnen, migrantisierte Personen, Romnja und Sintizze, Queere Personen, Flintas, arme und wohnungslose Menschen sowie Sexarbeiter*innen sind diese Erlebnisse Alltag. Das ist Rassismus!

Polizeigewalt heißt auch direkte körperliche Angriffe, massive körperliche Gewalt und Misshandlung durch Beamten:innen. Polizeigewalt heißt auch im Polizeieinsatz, oder Gewahrsam zu sterben, wie Qosay Saddam Khalaf erst letzte Woche.

Rassistische Polizeigewalt passiert und zwar überall! Überall sterben Menschen in Folge dieser Polizeigewalt. Aber es gibt auch immer wieder starke Widerstände dagegen.
Auch in Frankfurt wurden rassistische Polizeikontrollen in der Innenstadt nicht einfach hingenommen, sondern durch öffentliche Proteste skandalisiert und sich kämpferisch der Raum zurückgeholt. Diese Widerstände gibt es auch schon lange und wir bleiben laut!

Lasst uns dieses Jahr am 15. März zusammen zeigen, dass rassistische Polizeigewalt keine Einzelfälle sind, sondern erst durch den institutionellen Rassismus innerhalb der Polizei ermöglicht werden!
Lasst uns zusammen zeigen, dass wir die Opfer von Polizeigewalt nicht vergessen!
Erinnern heißt kämpfen! Wir nennen ihre Namen und geben nicht auf!

15. März ist jeden Tag!

Wir möchten euch einladen am Montag, den 15. März zur Kundgebung auf den Opernplatz zu kommen! Wir bitten euch achtsam und respektvoll miteinander umzugehen und Perspektiven von Betroffenen ernst zu nehmen. Wir wollen gemeinsam einen Raum schaffen in dem jegliche Diskriminierungsformen keinen Platz haben! Passt gegenseitig auf euch auf! Bringt eure Masken mit und haltet die Abstände ein.

15. März 2021: Aufruf

Der 15. März ist der internationale Tag gegen Polizeigewalt!
Wir wollen auch dieses Jahr zusammen mit anderen Gruppen aus Frankfurt diesen Tag für Aufklärung und Widerstand nutzen.


Da coronabedingt große Versammlungen schwierig sind, wollen wir ein Video produzieren, dass sich mit der alltäglichen Realität von Polizeigewalt, Racial Profiling und anderer rassistischer Polizeibrutalität befasst.


Dafür möchten wir gerne auch eure Stimmen hören und euch ermuntern eure Erfahrungen, Gedanken und euer Wissen mit uns zu teilen.
Eure Beiträge möchten wir gerne in einem Video über Social Media veröffentlichen. Also sagt und zeigt in euren Videos nichts, was ihr nicht veröffentlicht haben möchtet.
Mögliche Fragen, die ihr als Orientierung nutzten könntet, sind:

– Was bedeutet Sicherheit für dich?
– Wo fühlt ihr euch sicher? Wie beobachtest du das Verhalten der Polizei und Kontrollen?
– Widerstände gegen polizeiliche Maßnahmen, Widerstände gegen Racial Profiling?
– Widerstände in Familien, Freund*innenkreis, Empowerment
– “Gefährliche Orte” Sicherheitszonen, wo Leute vorwandslos kontrolliert werden können.

Schickt uns bitte bis zum 28.02.2021 um 23:59 eine Video-, oder eine Audio-Botschaft, je nach dem ob ihr gesehen werden wollt, mit einer Länge von 30 Sekunden bis zu 1 Minute. Falls ihr ein Video macht, sollte es im Querformat aufgenommen werden. Am besten können wir es verwenden, wenn es mit möglichst hoher Auflösung und möglichst ruhiger Kameraführung aufgenommen wird.

Bitte sendet uns eure Botschaften als Datei an info(at)copwatchffm.org zu, damit wir sie problemlos weiterverarbeiten können.

Wir versuchen auf jeden Fall so viele Einsendungen wie möglich zu veröffentlichen. Falls wir aber ganz viele Beiträge zugesendet bekommen, kann es passieren, dass wir nicht alle miteinbeziehen können.


Wir freuen uns auf eure Beiträge!

15.März 2020

#15MRZ online

Auf der Newsseite werden wir in de nächsten Tagen einige Redebeiträg der geplanten Veranstaltung bereitstellen.

***Keine Kundgebung am 15MRZ***

Wegen des sich ausbreitenden Corona-Virus und aus Verantwortung und Solidarität mit den davon gefährdeten Menschen, sagen wir die Kundgebung am 15.3., dem Internationalen Tag gegen Polizeigewalt, ab.
“We look out for each other” heißt aufeinander aufpassen. Nicht nur bei rassistischen Polizeikontrollen, sondern bei jeglicher Form von Verletzlichkeit.

Einige Redebeiträge der Kundgebung werden wir wohl in den nächsten Tagen veröffentlichen auf https://www.15mrz.org

Stop Racial Profiling!
15.März ist jeden Tag!

Facebook Event

Twitter Page mit aktuellen Infos

Doku Video des Tages 15.03.2019:

 

Zum Mobi Video gehts hier lang:

https://www.veoh.com/watch/v141925759bprNJ9kA

Internationaler Tag gegen Polizeigewalt

15.März 2019
17 Uhr Konstablerwache (Marktplatz)

Protest – Aktionen – Kunst

Stop Racial Profiling!
Polizeigewalt heißt für viele Menschen tägliche vermeintlich „verdachtsunabhängige“ Polizeikontrollen, unangemessene Taschenkontrollen und Durchsuchungen im öffentlichen Raum, Platzverweise und öffentliche Demütigung. Es ist dabei offensichtlich, dass die Polizei das Aussehen und die Hautfarbe benutzt, um zu entscheiden, wen sie kontrolliert. Die Kontrollen sind oft nur Ausgangspunkt für weitere Gewalt, die nicht selten tödlich endet. Für Schwarze Menschen, Menschen of Color, Migrant*innen, Roma, arme und wohnungslose Menschen, Sexarbeiter*innen, viele Queers und Trans*-Personen sind diese Erlebnisse Alltag. Das ist Rassismus!

„Gefährliche Orte“?!
Insbesondere belebte Innenstadtgebiete wie Konstablerwache, Hauptwache oder das Bahnhofsviertel werden so für viele Menschen zu gefährlichen Orten, da sie hier oftmals von hochgerüsteten Polizist*innen aus der Menge herausgepickt, bloßgestellt, isoliert und kontrolliert werden. Ironischerweise nutzt die Polizei genau den Begriff der „gefährlichen Orte“ als Grundlage für ihre sogenannten „verdachtsunabhängigen“ Kontrollen. Welche Orte die Polizei als gefährlich einstuft, kann man nur mutmaßen, denn darüber schweigt sie. Deshalb sagen wir: „Gefährliche Orte“ abschaffen!

Einzelfälle? Institutioneller Rassismus!
Im Zuge der Ermittlungen um den sogenannten „NSU 2.0“, die im engen Zusammenhang mit dem Polizeirevier 1 in Frankfurt stehen, wird oft von „Einzelfällen“ rassistischer Polizist*innen gesprochen. Das ist zu kurz gedacht! Institutioneller Rassismus ist in der Art, wie Gesetze formuliert sowie angewendet werden und wie der Beruf Polizist*in funktioniert, fest verankert. Dagegen protestieren wir!

Den Opfern von Polizeigewalt gedenken
Sie sind nicht vergessen. Wir nennen ihre Namen. Erinnern und Gedenken sind nicht nur für Communities of Color sondern für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung.
Remembering means fighting!

Wessen Sicherheit?
Wir möchten über Alternativen zu Polizei sprechen und nachdenken. Denn die Polizei verspricht zwar Sicherheit, stellt aber für viele das genaue Gegenteil dar: Gewalt und Bedrohung. Somit steht sie nicht für den Erhalt, sondern die Bedrohung einer Gesellschaft der Vielen. Lasst uns für eine Gesellschaft einstehen in der Gerechtigkeit und Sicherheit nicht durch Gewalt hergestellt werden!

Wo Unrecht geschieht, gibt es Widerstand!
Sei es die ‚Initiative in Gedenken an Oury Jalloh‘, die ‚Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt‘ die Organisierungen von Geflüchteten gegen das rassistische Grenzregime oder die ‚Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland‘. Wir sind hier!

Vom Staat fordern wir:
• Ein Ende aller rassistischen Polizeikontrollen
• Eine Kennzeichnungspflicht für Polizist*innen immer und überall
• Eine systematische Auseinandersetzung mit dem institutionellen und alltäglichen Rassismus in Polizei, Justiz und anderen staatlichen Behörden
• Die Einführung unabhängiger Untersuchungs- und Kontrollinstanzen,
die von den betroffenen Communities koordiniert werden
• Die Abschaffung des Verfassungsschutzes

Die Zivilgesellschaft fordern wir auf:
• Gemeinsam Verantwortung zu übernehmen
• Die Polizei kritisch zu beobachten und sich rassistischen Handlungen entgegenzustellen, ob im Stadtteil, in der Bahn, auf der Straße, in der Schule oder am Arbeitsplatz

We look out for each other!
Damit wir als Viele den 15.3. gemeinsam begehen können, bitten wir euch achtsam und respektvoll miteinander umzugehen und Perspektiven von Betroffenen ernst zu nehmen. Wir wollen gemeinsam einen Raum schaffen in dem Rassismus, Heterosexismus, Homo- und Transphobie, Antisemitismus, Rassismus gegen Roma, Diskriminierung von Men-
schen, die von der Gesellschaft be_hindert werden keinen Platz haben!

BÜNDNIS #15MRZ

Flyer 15 MRZ FINAL für VOICE DESIGN

** Hier geht’s zur Dokumentation des Tages. 2018 **

Am 15. 03.2018 begehen wir zum ersten Mal in Frankfurt den internationen Tag gegen Polizeigewalt. Am 15. März 1997 wurde der Tag erstmals von der Initiative Collectif Opposé à la Brutalité Policière (C.O.B.P.) initiiert und dem Gedenken der Betroffenen und Opfer von Polizeigewalt gewidmet.

Wir werden daher an 4 Stationen im öffentlichen Raum der Frankfurter Innenstadt Aktionen stattfinden. Lasst uns gemeinsam Performances und Installationen erleben, diskutieren und kreativ gegen rassistische Polizeiarbeit intervenieren.

Programm #15MRZ

12 – 14 Uhr: Hauptwache

Images of Resistance

Beschreibung: Mehrere Performer*innen versammeln sich an der Hauptwache und greifen
Haltungen, individuelle und kollektive Bilder von Widerstandsbewegungen
auf. Eine Performance im öffentlichen Raum, die Gesten, Posen und Bilder
des Widerstandes aufgreift.

14 – 16 Uhr: Willy Brandt Platz

Kein Vergessen – Erinnern und Gedenken

Auch in Deutschland können Polizeikontrollen, – einsätze und Festnahmen für die Betroffenen tödlich enden. Gemeinsam erinnern und gedenken wir der vielen, deren Namen selten genannt werden. In Wortbeiträgen unterschiedlicher Initiativen und einer Performance aller Anwesenden halten wir die Erinnerung wach. Eine Erinnerung, die nicht nur für die Communities of Color, sondern für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung ist.

16 – 18 Uhr: Niddastr. / Ottostraße

Alltäglicher Ausnahmezustand – performative Kundgebung

Beschreibung: Im Bahnhofsviertel sind Rassismus und Polizeigewalt in Form von racial profiling allgegenwärtig. Deshalb soll hier die Kreuzung Niddastr./Ottostr. als Ort struktureller, rassistischer Polizeigewalt sichtbar gemacht und Menschen der Raum gegeben werden, ihre
unterschiedlichen Erfahrungen zu teilen. Gleichzeitig soll durch
kostenloses Essen, Getränke und Musik ein Ort des solidarischen
Miteinanders geschaffen werden.

19 – 21 Uhr: KoZ, Studierendenhaus  Mertonstraße 26, 60325 Frankfurt am Main

Podiumsdiskussion

No need for Police? Perspektiven der Polizei- und Strafrechtskritik
 
Wäre weniger Polizei nicht vielleicht besser für alle? Gegen die Forderung nach mehr Sicherheit, gegen die Kriminalisierung bestimmter Personen und Milieus, gegen die Ausweitung polizeilicher Kontrollen diskutieren wir solidarische und bereits praktizierte Alternativen zur Polizei- und Strafpraxis.
 
Moderation: KNAS

An allen Stationen werden wir, Personen aus dem Bündnis #15MRZ ansprechbar sein, zudem wird ein Awarenessteam vor Ort sein. Wir werden versuchen den von uns allen genutzen öffentlichen Raum so sicher wie möglich zu machen.

Im Rahmen der Mobilisierung wird es Auftaktveranstaltungen geben bzw. Veranstaltungen auf denen der Abend angekündigt und beworben wird.

Das sind unter Anderem:

15.02.2018

Soli-Barabend im Klapperfeld mit Djs & Sneak Preview(!), Klapperfeldstr. 5 ab 21 Uhr

18.02.18

Kafä goes Art Attack- Kaffee, Chai und Kunst
Im IZ  im Gallus, Beginn 16 Uhr (Essen und Veranstaltung), Koblenzer Str. 17

Eine Veranstaltung des Kafä-Kollektivs, einer Gruppe von migrantischen Antirassit*innen und und ihren Freund*innen.

10.03.18

Vertuschen ist nicht – Polizeigewalt öffentlich machen – auf zum 15.März

Film “Tod in der Zelle”

19 Uhr Kapelle, Schloßstr. 66 Offenbach

17.03.18

Everyday I’m Hustlin’- Was tun gegen die Uniformierte Bedrohung?
Im IZ, Beginn 17 Uhr (Essen), 18 Uhr (Veranstaltung), Koblenzer Str. 17

Eine Veranstaltung des Kafä-Kollektivs, einer Gruppe von migrantischen Antirassit*innen und und ihren Freund*innen.